Löwennostalgie
Die große Beliebtheit der Löwen liegt sicher an der Herkunft ( Arbeiterverein ), an der auch heute noch praktizierten Nähe zum Fan und an den
großen Erfolgen in den Sechziger Jahren. Da, wo man in München an den größten Touristenrummel denkt, habe ich die besten Löwenfans erlebt. Auf dem Viktualienmarkt und in den kleinen Gastwirtschaften direkt neben dem Markt. Es hat schon einen tieferen Sinn, warum den großen Volksschauspielern, Humoristen und Sängern wie dem Weiß Ferdl, der Liesel Karlstadt, dem Karl Valentin, der Ida Schumacher, der Elise Aulinger und dem Roider Jackl auf dem Viktualienmarkt gedacht wird.Weil hier das Herz Münchens am stärksten schlägt. Hier wird gegrantelt und gehofft, wenn es um die Löwen von heute geht und hier schwelgt man in Erinnerungen, wenn es um die Löwen von gestern geht. Hört einfach zu, dann versteht ihr vielleicht, was es heißt ein Sechz`ger zu sein.
Deutscher Pokalsieger 1942
Am 15. November 1942 sehen 70.000 - 100.000 * Zuschauer im Berliner Olympiastadion das Pokalendspiel
TSV München von 1860 - FC Schalke 04
Der TSV 1860 zog nach 8 Siegen, so zum Beispiel gegen die Stuttgarter Kickers 3 : 1; Rapid Wien 5 : 2 und SG Straßburg 15 : 1 in das Finale ein.
Der TSV 1860 spielte mit: Keis, Pledl, Schmeiser, Pockinger, Bayerer,
Kanitz, Schiller, Janda, Krückeberg, Willimowski und Schmidhuber.
FC Schalke 04 trat mit: Flotho,Schweißfurth, Hinz, Berg, Tibulski,
Szepan, Kalwitzki, Urban, Kuzorra und Eppenhoff an.
Durch Tore von Ernst Willimowski und Bertl Schmidhuber siegte der TSV 1860 mit 2 : 0 und wurde erstmals Deutscher Pokalsieger.
* die Zuschauerzahlen sind in verschiedenen alten Zeitungen und Sportbüchern unterschiedlich angegeben. Auf ein Bild von diesem Spiel verzichten wir, weil es die Spieler nur mit dem damals üblichen "Gruß" zeigt. Der sportlichen Leistung beider Mannschaften tut das sicher keinen Abbruch.
Deutscher Pokalsieger 1964
bei hochsommerlichen Temperaturen sahen 45.000 Zuschauer im Stuttgarter Neckarstadion das Endspiel um den DFB Pokal zwischen:
TSV München von 1860 - Eintracht Frankfurt
Das Endspiel am 13. Juni 1964 erreichte der Tsv 1860 durch Siege gegen Borussia Dortmund 2 : 0, 1.FC Kaiserslautern 4 : 2, FC Saarbrücken 3 . 1 und gegen Altona 93 mit 4 : 1
TSV München von 1860
Radenkovic, Wagner, Steiner, Zeiser, Stemmer, Lutrop, Kraus, Kohlars, Brunnenmeier, Küppers, Heiß
Eintracht Frankfurt
Loy, Höfer, Lutz, Stika, Landerer, Lindner, Schämer, Huberts, Stein, Trimhold, Kraus
Durch Tore von Wilfried Kohlars in der ersten Halbzeit und Rudei Brunnenmeier in der zweiten Halbzeit, gewannen die Löwen mit 2 : 0
Besonders bemerkenswert war die Spielfreude der Löwen bei dieser Hitze. Es wurden über 35° im Schatten gemessen.
Europacup-Finalist 1965
Welcher Fußballspieler hat früher nicht davon geträumt, eimal auf dem "heiligen Rasen" des Wembley Stadions zu spielen. Das davor besondere Leistungen zu bringen waren, galt wohl als selbstverständlich. Hatten die Löwen noch mit Luxemburg, Porto und Warschau lösbare Aufgaben, so kam dann mit dem AC Turin ein ganz harter Brocken.
So kam der 2 : 0 Sieg der Italiener in Turin nicht sehr überraschend und dabei hatten die Löwen noch Glück nicht vollkommen unter die Räder gekommen zu sein. Es gab nur wenige Fans, die danach noch an ein Weiterkommen glaubten.Doch je näher der Tag des Rückspiels in München rückte, je trotziger wurde die Stimmung bei den Fans und bei der Mannschaft. Man schwor sich darauf ein, es den Italienern so schwer wie möglich zu machen.
Am 27.04.1965 zeigten dan 40.000 Löwenfans im Sechz´ger, wer hier Herr im Hause ist. Es hat danach wohl kaum eine bedingungslosere Anfeuerung für die Löwen gegeben, wie an diesem Tag. Diese einmalige Stimmung sprang auch auf die Mannschaft über und schon nach 20 Minuten haute Otto Luttrop einen 20 Meter Freistoß in den Kasten der Turiner. Als Fredi Heiß in der 28 Minute einen rasanten Flankenlauf mit einem Bombenschuss zum 2 : 0 abschloss, waren die Fans nicht mehr zu halten. Das Sechz´ger tobte.
In der 2. Halbzeit verwandelte Otto Luttrop einen Elfmeter zum verdienten 3 : 0. In diesem Spiel hatten die Italiener Glück, nicht ein Desaster zu erleben. Sie erzielten sogar noch ein Tor und erzwangen damit ein drittes Spiel auf neutralem Platz.
Das dritte Spiel wurde in Zürich ausgetragen und die Schweiz erlebte eine Löweninvasion. Mit dem PKW, mit der Bahn und über 100 Reisebussen kamen die Fans nach Zürich, um ihre Löwen zu unterstützen. Es hatte ja in München geholfen, warum also nicht auch in Zürich.
Bei Anpfiff Regen, Regen, Regen und die Italiener begannen wie die Feuerwehr, denn sie hatten das Spiel in München nicht vergessen. In dieser Phase des Spiels hatten die Löwen aber einen Oberbranntmeister und der hieß Radi. Was die Turiner auch probierten, Radi war immer einen Tick besser, eben "bestes Torwart von Welt". Das ging auch in der 2. Halbzeit so weiter, wobei die Italiener nicht turmhoch überlegen waren, sie spielten nur druckvoller und die Löwen lauerten auf ihre Chancen. Gut gelauert, plötzlich kam der Ball zu Hans Rebele, der sagte danke und versenkte das Leder zum 1 : 0 im Kasten. Die Turiner antworteten mit wütenden Angriffen, fanden aber im Radi immer wieder ihren Meister. Zehn Minuten vor Schluss schoss Otto Luttrop mit einem verwandelten Elfmeter die Löwen endgültig nach Wembley. Eine schwer erarbeitete Endspielteilnahme.
19. Mai 1965 Wembley Stadion
Westham United - TSV München von 1860
Ein Fußballmärchen wurde wahr. Als erste deutsche Mannschaft stand der TSV 1860 im Endspiel um den Europapokal.
Westham United spielte mit:
Standen, Burkett, Kikup, Moore, Brown,
Peters, Sissons, Dear, Hurst, Boece und Sealey
Der TSV 1860 trat an mit:
Radenkovic, Wagner, Kohlars, Luttrop, Reich,
Bena, Heiß, Küppers, Brunnenmeier, Grosser und Rebele
Tore: 1 : 0 Sealey ( 68. Minute ) 2 : 0 Sealey ( 70. Minute )
Zuschauer: 98.500 ( davon ca. 12.000 Löwenfans )
Deutscher Meister 1966
......und der Höhenflug geht weiter. International war das Abschneiden der Löwen mit dem Erreichen des Finales und der dort gezeigten Leistung ein beachtlicher Erfolg. Wie würde das jetzt in der noch jungen Bundesliga aussehen?
Die Saison 1965 / 66 begann mit dem Sieg im Derby und zwei weiteren Siegen in Folge. Nach einer Niederlage und einem Unentschieden gab es wieder eine Serie von fünf Siegen. Ein Unentschieden in Braunschweig ließ die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Reaktion darauf: Wieder fünf Siege in Folge.
Die Rückrunde begann mit einer Niederlage im Derby und einem Unentschieden beim Club in Nürnberg. Nach einem 1 : 0 Sieg in Hannover folgte eine Schwächeperiode der Löwen. Nach zwei Unentschieden und einer Niederlage wurde es wieder eng an der Tabellenspitze. Doch die Löwen fingen sich und siegten gegen Bremen, Schalke und Frankfurt, ehe die Braunschweiger wieder ein Unentschieden erreichten. Es blieb spannend. Nach weiteren drei Siegen und zwei Unentschieden kam es zum vorentscheidenden Spiel in Dortmund gegen "Emma und Co".
Ein überragender Peter Grosser führte die Löwen zu einem 2 : 0 Sieg. Hinten gewann Petar Radenkovic sein kleines Privatduell gegen Lothar Emmerich klar nach Punkten. Jetzt kam alles auf den letzten Spieltag an, ein Unentschieden gegen Uwe Seeler und seinen HSV würde reichen.
Am 28. Mai 1966 sahen 44.000 Zuschauer bei strömendem Regen das letzte und entscheidende Spiel der Saison. Der HSV hat es den Löwen im Sechzger Stadion nicht leicht gemacht. Nach 90 spannenden Minuten stand es 1 : 1 und der TSV München von 1860 war Deutscher Meister, ganz München stand Kopf.
Folgende Spieler kamen unter Trainer Max Merkel in der Meistersaison zum Einsatz:
Zeljko Perusic, Petar Radenkovic, Friedhelm Konietzka, Peter Grosser, Alfred Heiß, Bernd Patzke, Rudolf Brunnenmeier, Hans Reich, Manfred Wagner, Otto Luttrop, Hans Rebele, Wilfried Kohlars, Hans Küppers, Rudolf Zeiser, Rudolf Steiner.
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